Was ist nach dem Besuch einer Jobmesse zu tun?

Nachdem Sie auf der Jobmesse unzählige Eindrücke sammeln und durch eine gute Vorbereitung die ersten Kontakte herstellen konnten, geht es nun an die Nachbearbeitung. Das hört sich etwas hochtrabend an, wird Ihnen aber in jedem Fall dabei helfen, auch tatsächlich von dem Besuch des Karrieretags zu profitieren. Ihr Bewerbungsprozess ist an dieser Stelle noch lange nicht vorbei. Immerhin wollen Sie Ihre Kontakte und Ihr neu gewonnenes Wissen doch dafür nutzen, Ihren Traumjob zu bekommen und sich beruflich weiterzuentwickeln. Was aber gehört alles zur Nachbearbeitung der Jobmesse?

Die Nachbearbeitung einer Jobmesse

Eine Jobmesse zu besuchen, kann in beruflicher Hinsicht niemals falsch sein. Denn auf dieser  Messe präsentieren sich nicht nur Unternehmen, sondern Sie als Besucher und potenzieller Bewerber haben zudem die Möglichkeit, sich ein genaueres Bild von den Jobangeboten und Karrierechancen zu machen. Doch nach der Messe ist vor der Messe, deswegen sollten Sie unbedingt alle Eindrücke und Informationen nach der Jobmesse aufbereiten. Zur Nachbereitung gehört:

  • Reflektion der eigenen Eindrücke
  • Ordnen und Sortieren von Informationsmaterial
  • Anknüpfen an geführte Gespräche inklusive Einreichen der Bewerbung
  • Erstellen eines beruflichen Netzwerkes

Die Nachbearbeitung der Jobmesse mag vielleicht erst einmal etwas abwegig erscheinen. aber oftmals ist es gerade diese Phase, die im gesamten Bewerbungsprozess die wichtigste sein kann. Sofern Sie also nicht direkt vom Fleck weg eine Anstellung bekommen und einen Arbeitsvertrag unterschrieben haben, wird Ihnen erst die Nachbearbeitung wirklich von profitablen Nutzen sein können. Zugegeben: Es wird wohl kaum jemand direkt auf der Messe einen Arbeitsvertrag vorlegen und Sie einstellen.

In die Nachbearbeitung fließen nicht nur Ihre eigenen Eindrücke ein, sie sollten diese Phase immer auch dazu nutzen, mögliche Fehler ebenso zu reflektieren, wie Punkte, an denen alles gut funktioniert hat. Darüber hinaus wird diese Phase nach der Jobmesse auch entscheidend für Sie sein können, wenn es dann um die tatsächliche Bewerbung geht. Denn durch die auf der Messe geführten Gespräche, haben Sie unter Umständen schon einen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern. Immerhin konnten Sie sich selbst schon einen ersten Eindruck verschaffen und zudem sich selbst dem Unternehmen präsentieren.

Wie es nach der Jobmesse für Sie weitergehen kann, hängt nicht zuletzt davon ab, wie Sie sich auf dem Karrieretag präsentiert haben. Hatten Sie ein interessantes Gespräch und passen die Kriterien für Sie, können Sie dort anknüpfen und Ihre Bewerbung einsenden. Konnten Sie indes Ihre Bewerbungsunterlagen schon vor Ort überreichen, können Sie sich die Wartezeit damit verkürzen, Ihr eigenes berufliches Netzwerk auf- und auszubauen. Im besten Fall wurden Sie aber auf der Messe schon für ein Vorstellungsgespräch eingeladen. In diesem Fall sind Sie schon einen ganz großen Schritt weiter.

Die Nachbearbeitung des Karrieretages wird Ihnen immer einen Vorteil verschaffen. Selbst dann, wenn es nicht sofort geklappt hat mit dem neuen Job oder der Möglichkeit, den Bewerbungsprozess vorwärts zu bringen. Denn alles, was Sie auf der Messe erfahren und für sich mitnehmen können, wird Ihnen beim nächsten Mal zum Vorteil gereichen. Nehmen Sie also auch diese Phase nicht zu leicht, selbst ein anwachsendes Netzwerk für berufliche Kontakte wird Ihnen behilflich sein können.

Wie können Sie Ihre Eindrücke am besten reflektieren?

Vermutlich haben Sie schon auf dem Nachhauseweg ganz unbewusst damit begonnen, die Eindrücke von der Jobmesse zu verarbeiten. Sie werden Gespräche und auch Informationen Revue passieren lassen, ohne sich jetzt schon festlegen zu wollen. Um aber wirklich einen optimalen Profit aus dem Besuch der Jobmesse zu schlagen, wird das allein nicht ausreichen. Sie müssen Ihre Eindrücke ganz bewusst reflektieren. Am besten tun Sie das aber nicht auf dem Nachhauseweg in der Straßenbahn oder im Auto, sondern zu Hause.

In aller Ruhe sollten Sie zu Hause die noch frischen Eindrücke und neuen Informationen für sich selbst aufbereiten. Wie das geht? Eigentlich ganz einfach: nehmen Sie Ihre Unterlagen, die Informationsmappen und eingesammelten Visitenkarten, einen Zettel und einen Stift und setzen Sie sich an den Schreibtisch. Stellen Sie sicher, dass Sie Zeit für eine gründliche Reflektion haben.

Machen Sie sich Notizen, mit denen Sie am Ende die folgenden Fragen beantworten können:

  • Was hatten Sie Ihrer Meinung vor der Jobmesse gut vorbereitet?
  • Welches Feedback haben Sie auf Ihre Bewerbungsunterlagen erhalten?
  • Waren Ihre Bewerbungsunterlagen optimal angelegt und für Unternehmen interessant genug?
  • Wie sind die einzelnen Gespräche mit den Vertretern der Unternehmen auf der Jobmesse verlaufen?
  • Waren Sie sehr aufgeregt oder konnten Sie Ihre Fragen unbeschwert stellen?
  • Welcher Aussteller kam Ihren Ansprüchen und Vorstellungen am meisten entgegen?
  • Welches Unternehmen ist Ihnen besonders gut im Gedächtnis geblieben?
  • Bei welchem Unternehmen hatten Sie ein ungutes Gefühl?
  • Welches Unternehmen deckt sich am meisten mit den Kriterien, die für Sie wichtig sind?

Nehmen Sie die Phase direkt nach der Jobmesse nicht auf die leichte Schulter. Unter Umständen ist es genau diese Nachbereitungs-Phase, die für Ihre berufliche Karriere ausschlaggebend ist.

Es hat sich als besonders hilfreich erwiesen, wenn Sie sich bereits auf der Jobmesse mit einem Notizblock bewaffnen. Denn direkt nach dem  jeweiligen Gespräch lassen sich die Eindrücke und Informationen oftmals sehr viel besser zusammenfassen. Bedenken Sie hier bitte: Es wird an diesem Tag sehr viel Neues und Interessantes auf Sie einstürmen, da kann selbst die kleinste Notiz wahres Gold wert sein.

Warum Sie Informationsmaterial ordnen sollten?

Nachdem Sie den Besuch auf der Jobmesse umfassend für sich ausgewertet haben, geht es nun an das Ordnen von Informationsmaterial und Visitenkarten. Möglicherweise haben Sie alle Pros und Contras zu den einzelnen Unternehmen und deren Jobangebote auf ein extra Blatt notiert, dass würde nun das Ordnen von Informationsmaterial vereinfachen.

Ihre Gedanken haben Sie nun im ersten Schritt geordnet und als Notiz schriftlich festgehalten. Wenn Sie nun auch das Informationsmaterial auf ähnliche Weise ordnen, fällt es Ihnen leichter, eine Favoritenliste zu erstellen. Wenn Sie sich nicht immer ganz sicher sind, wird Ihnen Ihre Frageliste helfen.

Mit Sicherheit werden Sie weit mehr Informationsmaterial in Form von Flyern, Broschüren oder auch Visitenkarten auf der Messe gesammelt haben, als in Ihre engere Auswahl kommt. Doch diese Dinge sollten Sie nun nicht gleich wegwerfen. Oftmals kann es sinnvoll sein, auch diese Informationen vorerst aufzubewahren. Selbst wenn Sie diese nur dahingehend verwahren, um zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal aktuelle Informationen über dieses Unternehmen einzuholen.

Nehmen Sie sich noch einmal jene Kriterien zur Hand, die für Sie ausschlaggebend sind, um sich bei einem Unternehmen zu bewerben. Zusammen mit Ihrem Resümee und den anderen Informationen sollte sich so schnell und einfach eine persönliche Favoritenliste erstellen lassen.

Abschließend sollten Sie jene Visitenkarten, Broschüren oder auch Flyer abheften die Sie favorisieren. Sortieren Sie diese nach der Priorität, wie Sie sich bewerben wollen. Das bedeutet: Es sollten die Kontaktdaten und Information zu dem Unternehmen ganz oben auf Ihrem Stapel liegen, welches für Sie an erster Stelle kommt.

Was sollten Sie beachten, wenn Sie an Gespräche anknüpfen?

Eventuell sind Sie sich nach der Jobmesse nicht ganz sicher, wie Sie sich nach dem persönlichen Gespräch am besten verhalten sollen. Keine Sorge, damit stehen Sie nicht allein da. Wie Sie sich aber an diesem Punkt verhalten sollten, kommt grundsätzlich darauf an, was sich für Sie auf der Messe ergeben hat. Gab es interessante Gespräche mit den passenden Unternehmen für Sie? Konnten Sie sich anhand der ausgelegten Broschüren oder auch über das Rahmenprogramm Anregungen holen? Hat sich für Sie ein konkretes Stellenangebot herauskristallisiert?

Wichtig ist natürlich in erster Linie, bei welchem Unternehmen Sie sich und Ihre berufliche Zukunft vorstellen können. Es wird sicherlich wenig Erfolg für Sie bringen, wenn Sie den Kontakt zu einem Arbeitgeber suchen, der Ihnen schon beim Messebesuch kein gutes Gefühl vermittelt hat. Auch wenn es sich dabei um ein Unternehmen handelt, bei dem Sie Ihre Fähigkeiten vollumfänglich anwenden können, wäre es wohl eher vergebliche Energie, sich näher damit zu befassen. Konzentrieren Sie sich also zunächst auf jene Firmen, wo Sie bereits auf der Jobmesse ein gutes Gefühl hatten.

Für das Anknüpfen an die verschiedenen Gespräche auf der Jobmesse gibt es grundsätzlich drei verschiedene Ausgangssituationen, dementsprechend sollten Sie im Anschluss reagieren und agieren. Die nachfolgenden drei Möglichkeiten stellen die Basis für Ihr weiteres Vorgehen dar:

  • Sie haben auf der Jobmesse ein intensives und aufschlussreiches Gespräch mit einem Personaler geführt
  • Sie konnten gleich vor Ort Ihre Bewerbungsunterlagen hinterlassen
  • Sie wurden direkt vor Ort und nach dem Gespräch zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen

Sie haben auf der Jobmesse ein gutes Gespräch mit einem Personaler geführt?

Dann ist das eine gute Chance für Sie, ein sehr individuelles Bewerbungsanschreiben zu erstellen und Ihre Bewerbungsunterlagen an dieses Unternehmen zu senden. Adressieren Sie es an den Personaler, mit Sie gesprochen haben und dessen Visitenkarte nun vor Ihnen liegt. Verweisen Sie auf das gemeinsam geführte Gespräch und betonen Sie Ihr Interesse an diesem Unternehmen.

Hinweis: Ein solches Gespräch sollten Sie möglichst auch dazu nutzen, herauszufinden, welche Form für Ihre Bewerbung in diesem Unternehmen bevorzugt wird.

Haben Sie mit einem Personalverantwortlichen eines bestimmten Unternehmens gesprochen und dessen Visitenkarte mitgenommen, ist es sinnvoll, Ihre Bewerbung innerhalb der kommenden zwei Tage abzusenden. Auch wenn der Mitarbeiter dieses Unternehmens sich vielleicht nicht postwendend bei Ihnen zurückmeldet, ist ein Aufschieben der Bewerbung nicht gut.

Extra-Tipp

Gerade bei größeren Unternehmen wird es möglicherweise nicht nur einen Ansprechpartner in für Personalangelegenheiten und Bewerbungen geben. Von daher ist es wichtig, dass Sie genau jenen Personaler in Ihrem Anschreiben ansprechen, mit dem Sie dieses Gespräch auch geführt haben. Eine andere Person wird nämlich nicht unbedingt wissen, wer Sie sind.

Sie haben Ihre kompletten Bewerbungsunterlagen bereits auf der Jobmesse bei einem Unternehmen abgegeben?

Wunderbar, doch nun heißt es warten. Denn auch der Personaler hat direkt nach der Messe einiges zu tun, weswegen er sich unter Umständen nicht sofort am nächsten Tag bei Ihnen melden wird. Es ist in der Regel so, dass Sie dem Personalbüro des von Ihnen bevorzugten Unternehmens etwa zwei Wochen Zeit geben sollten. Denn Sie werden nicht unbedingt der oder die einzige Bewerber oder Bewerberin sein. Räumen Sie also diese Zeit ein, damit sich die Personaler die auf der Messe eingesammelten Bewerbungsunterlagen zu sichten und auszuwerten.

Sie können aber per E-Mail nachhaken. Bringen Sie sich also ruhig auf diesem Weg in Erinnerung und bekunden Sie erneut Ihr Interesse an dem Unternehmen, indem Sie auf das interessante Gespräch hinweisen. In diesem Zusammenhang können Sie auch nachfragen, ob noch weitere Unterlagen benötigt werden. Allerdings sollten Sie es zu diesem Zeitpunkt umgehen, bereits nach einer Personalentscheidung zu verlangen. In dieser Hinsicht müssen Sie sich höflicherweise schon weitere 2 Wochen in Geduld üben.

Es ist in jedem Fall wichtig, dass Sie auf das Messegespräch Bezug nehmen. Darüber hinaus können Sie aber auch noch mehr tun. Denn während Sie auf die Antwort des Unternehmens warten, kann es durchaus sehr hilfreich sein, wenn Sie beispielsweise auf XING oder Linkedin nach dem Unternehmen oder auch dem Personaler suchen und ihm eine Kontaktanfrage stellen. Das ist eine seriöse Art, noch einmal mit Nachdruck auf Ihr Interesse hinzuweisen. Zudem wirkt diese Variante weit weniger aufdringlich, als wenn Sie nun jede Woche anrufen würden.

Verzichten Sie bei der Kontaktanfrage aber auf eine nichtssagende Anfrage via Klick auf den Button. Schreiben Sie besser ein bis zwei kurze Sätze dazu, aus denen sich der Personaler entnehmen kann, dass Sie ihn von der Jobmesse her kennen und an einer Anstellung interessiert sind.

Sie wurden direkt auf der Jobmesse zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch eingeladen?

Herzlichen Glückwunsch! Offensichtlich haben Sie einen sehr guten Eindruck hinterlassen und konnten den Personaler bereits von sich und Ihren Fähigkeiten überzeugen. In diesem Fall sollten Sie sich unbedingt umfassend und gut auf das anstehende Vorstellungsgespräch vorbereiten, damit Sie die Stelle bekommen.

Denken Sie bei diesen Vorbereitungen immer auch daran, sich noch intensiver mit dem Unternehmen zu beschäftigen. Eignen Sie sich Wissen an, damit Sie beispielsweise etwas zur Unternehmensphilosophie oder auch zum Kerngeschäft des Unternehmens sagen können. Darüber hinaus sollten Sie hier auch einige Stichpunkte aus Ihrer Reflektion noch einmal zu  durchgehen, denn es wird jeden Personaler beeindrucken, wenn Sie ihm ein Feedback zur Messe und dem dort stattgefundenen Gespräch geben können.

Zu diesen Punkten können beispielsweise gehören:

  • was Ihnen besonders gut auf der Messe und beim Gespräch gefallen hat
  • welche Kriterien Sie schlussendlich dazu bewogen haben, sich ausgerechnet bei diesem Unternehmen beworben zu haben
  • wo aufgrund des Gespräches auf der Jobmesse nun Ihre Motivation liegt

Extra-Tipp

Wenn Sie auch bei dem anstehenden Vorstellungsgespräch noch einmal einige Punkte aus dem Messegespräch aufgreifen, suggerieren Sie dem Personaler auch im nächsten Schritt Ihr Interesse. Sie können also damit punkten, wenn Sie deutlich machen können, dass Sie sich auch nach der Jobmesse mit dem Thema und dem Unternehmen beschäftigt haben.